Marlis und Urs Göldi als Trainer des Jahres 2013 gewählt

Pokal für eigene Philosophie
Marlis und Urs Göldi sind vom Leichtathletikverband Swiss Athletics als Trainer des Jahres 2013 gewählt worden. Unter ihnen hat auch die mehrfache 800-Meter-Schweizer-Meisterin Selina Büchel den Lauf an die Spitze geschafft.

   

LEICHTATHLETIK. Die Kommission Leistungssport von Swiss Athletics bestimmte Ende 2013 den Trainer des Jahres. Diesmal entschieden sich die Fachleute für ein Duo beziehungsweise ein Ehepaar. Aber nicht eines aus einer Hochburg, sondern eines aus einem Dorfverein östlich von Winterthur. Über die Auszeichnung freuen dürfen sich Marlis und Urs Göldi aus Bütschwil. Also einem Ort, wo die 400- Meter-Bahn nicht in ein Stadion eingebettet ist, sondern aus einer geraden Strasse vom Zivilschutzzentrum Richtung Dorfteil Grämigen besteht. So, als würden talentierte Fussballer mit Büchsen auf einem Teerplatz kicken. Was, dies lehrt die Vergangenheit, nicht schlecht sein muss.

Mit einer andern Philosophie hätten sich die Göldis die eng mit Selina Büchel verknüpfte Ehrung – der Pokal soll ihnen Anfang Februar übergeben werden – schon früher sichern können. Schliesslich erkannten die beiden Idealisten das Talent von Selina Büchel bereits, als diese im Teenager-Alter war. Als Fünfzehnjährige wagte die Joggerin den Wechsel von der Läuferriege Mosnang zur Leichtathletikriege des KTV Bütschwil und damit zu ihren Förderern. Die Strassenläuferin entdeckte bei den Nachbarn die Mittelstrecke auf der Bahn und damit ihre sportlichen Fähigkeiten.


Überraschende Wahl

Statt das noch nicht austrainierte «Rennpferd» zu zügeln und gezielt individuell zu fördern, hätten Marlis und Urs Göldi wöchentlich nicht nur fünf-, sondern zehnmal mit Selina Büchel trainieren müssen. Dann wäre die Konkurrenz wohl schon früher durch die Unbekannte aus dem Toggenburg geschockt und die Leistungssport-Kommission auf die Göldis aufmerksam geworden. Doch es sollten beim Aufbau nicht gleichzeitig zwei oder gar drei Stufen übersprungen werden. Die Belastung neben der Ausbildung zur Raumplanungszeichnerin mit Berufsmatura muss Schritt für Schritt gesteigert werden.

Die Ernennung zu Trainern des Jahres 2013 kam trotz der für die Heim-EM 2014 in Zürich qualifizierten U23-Dritten für viele etwas überraschend. «Wir haben bisher die Wahl jeweils aus der Distanz verfolgt und diesmal über unsere Auszeichnung gestaunt. Aber wir freuen uns natürlich über die Anerkennung», erzählt Marlis Göldi. Es scheint, als hätte auf Verbandsstufe teilweise ein Umdenken stattgefunden. Einige glaubten vor nicht allzu langer Zeit, das seit 20 Jahren als Trainer tätige Paar müsste mit Selina Büchel deutlich mehr trainieren, um sie an die Spitze zu führen. Durch die kontinuierliche Steigerung der nationalen 800-Meter-Hoffnungsträgerin erhielten mehrere Leute, darunter die ehemalige Weltklasse-Athletin Sandra Gasser, Einblicke in die Trainingspläne. Und erkannten, dass viele Wege nach Rom oder nach zwei Stadionrunden ins Ziel führen.


Vereinsrekorde

«Nicht die Quantität, sondern die Qualität ist entscheidend», pflegte die mehrfache 800-Meter-Schweizer-Meisterin Selina Büchel jeweils zu sagen. «Es gilt bei Frauen speziell während der Pubertät auch die körperliche Entwicklung zu berücksichtigen. Der kurzfristige Erfolg kann zwar verlockend, aber nicht das Ziel sein», antwortete Urs Göldi jeweils auf «Müsste nicht mehr…»-Fragen. «Wichtig ist, dass Jugendliche die Freude nicht verlieren, nicht die gesamte Freizeit durch den Sport ausgefüllt wird.» Die Erholung dürfe nicht zu kurz kommen. Das gilt nicht nur für das momentane Aushängeschild, sondern für die gesamte Göldi-Gruppe, aus der es immer wieder Athletinnen und Athleten auf die nationale oder sogar internationale Bühne schaffen. Die wettkampfstarke «Nicht-Trainingsweltmeisterin» Selina Büchel sorgt derzeit zwar dafür, dass die Scheinwerfer vermehrt auf den KTV Bütschwil gerichtet werden, aber in jüngster Vergangenheit startete Angela Schönenberger an der Cross-EM, Diego Menzi gewann SM-Medaillen, die Scherrer-Sisters rücken nach.


Eigene Erfahrungen

J&S-Coach Marlis Göldi (Lauftrainerin Swiss Athletics) ist selbst eine ehemalige 800-Meter-Läuferin. Sie gehört zu den schnellsten «F40»-Langstrecken-Spezialistinnen und hält mehrere KTV-Bütschwil-Rekorde. Der Technische Leiter Urs Göldi (Trainer Swiss Athletics) sprang als gelernter Sprinter auch weit. Vor 14 Jahren 6,94 Meter – weiter flog noch keiner aus dem Club. Das Trio Göldi/Büchel/Göldi wird den Weg gemeinsam weitergehen. 2014 kommt eine neue Herausforderung dazu. Erstmals werden sie nicht mehr als Aussenseiter vom Land wahrgenommen. Stressen lassen sie sich dadurch nicht. Sie wissen, dass die kämpferische 50-Prozent-Sportlerin auch den Vollprofis kaum hinterherlaufen wird.
 

Quelle:
Tagblatt vom 15. Januar 2014, URS HUWYLER

Zeitungsartikel

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Seit Jahren auf Erfolgskurs: Marlis und Urs Göldi

Die Trainer des Jahres werden jeweils von der Kommission Leistungssport von Swiss Athletics bestimmt. In diesem Jahr geht diese Auszeichnung an Marlis und Urs Göldi. Das Trainerduo des KTV Bütschwil arbeitet schon seit Jahren erfolgreich mit der 800-m-Läuferin Selina Büchel. Höhepunkte in diesem Jahr waren die Bronzemedaille an der U23-EM in Tampere (Fi) sowie die Halbfinalqualifikation an der Hallen-EM in Göteborg (Sd).


Ein Fonds-Konto von Nationalteamsponsor UBS für die Sieger

Die Sieger der Wahl 2013 können sich über ein attraktives Geschenk von Nationalteamsponsor UBS freuen. Ellen Sprunger und Alex Wilson gewinnen je ein UBS-Fonds-Konto mit einem Startguthaben von 2000 Franken, Noemi Zbären sowie Marlis und Urs Göldi je eines mit 1000 Franken. Übergeben werden diese Preise, zusammen mit den Pokalen von Swiss Athletics, in einer UBS-Niederlassung in der Region der Gewinner. Die Frauenstaffel erhält von UBS 2000 Franken in die Teamkasse.

Quelle: Swiss Athletics



Der KTV Bütschwil gratuliert Marlis & Urs zu diesem Titel! Herzlichen Dank für euren unermütlichen Einsatz!

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