Hallen-EM in Göteborg: neuer U23-Rekord über 800m für Selina Büchel


Die 800-m-Spezialistin Selina Büchel (KTV Bütschwil) zeigte in den Halbfinals an der Hallen-EM in Göteborg (Sd) einen phantastischen Auftritt: In 2:01,64 Minuten verbesserte sie ihren eigenen Schweizer U23-Rekord um mehr als eine Sekunde. Einen Platz im Final verpasste sie haarscharf.

Büchel bot auf dieser internationalen Bühne eine Topleistung. Die 21-jährige Toggenburgerin lief von Beginn weg ein furchtloses Rennen und nahm die letzte Runde an zweiter Position liegend in Angriff. Noch in der Zielkurve hatte sie einen Finalplatz vor Augen und wehrte Angriffe von hinten erfolgreich ab. Auf der Zielgerade gingen ihr jedoch die Kräfte aus. Zwei Gegnerinnen stürmten im letzten Moment an ihr vorbei und zerstörten ihren Finaltraum.

Schweizer U23-Rekord deutlich unterboten
Weil sich nur drei Läuferinnen pro Halbfinal für den Endlauf qualifizierten, wusste Büchel sofort: Es hat nicht gereicht. Stolz darf sie trotzdem sein: In 2:01,64 Minuten pulverisierte sie ihren bisherigen nationalen U23-Rekord regelrecht. Ihre alte Bestmarke, aufgestellt am 16. Februar in Magglingen, lag bei 2:02,83. Eine Zeit, die sie in den Vorläufen der Hallen-SM im Alleingang aufstellte.
In Göteborg trennten sie gerade einmal 32 Hundertstel von Olha Lyakhovaya (Ukr) und einem Finalplatz. Sogar der Kommentator auf dem Live-Stream von European Athletics sprach im Zusammenhang mit Selina Büchel von «der Entdeckung dieser Hallen-EM».
Ärgerlich für die junge Ostschweizerin: In der zweiten Halbfinalserie wurde nicht mehr in gleichem Masse aufs Tempo gedrückt. Dort qualifizierten sich drei Läuferinnen mit Zeiten über 2:03 Minuten für den Final vom Sonntag.

«Und dann ist der Zug losgefahren…»
Schon kurz nach dem Rennen überwog bei Selina Büchel die Freude über das Erreichte. «Klar war ich im ersten Moment enttäuscht, dass ich nicht in den Final gekommen bin. Aber nun bin ich einfach glücklich, dass mir ein solches Rennen geglückt ist», so die Athletin.
«Schon beim Einlaufen spürte ich, dass ich super Beine habe. Es kribbelte richtig und ich wusste, dass ich bereit bin.» Das Rennen verlief dann ganz nach Büchels Gusto. Die Schweizerin reihte sich in günstiger Position ein, «und dann ist der Zug losgefahren. Nachdem ich im Vorlauf eher zu defensiv war, ging ich diesmal auf Risiko. Es spielte ja keine Rolle, ob ich Vierte oder Sechste werde. Ich wusste: Entweder reicht es für den Final oder dann halt nicht. Am Ende war ich am Limit und es war schon krass, wie diese beiden Läuferinnen noch vorbeigezogen sind.»

Ein Erfolg auch für das langjährige Trainerduo
Büchel ist überzeugt, in dieser Indoor-Saison das Maximum aus ihren Möglichkeiten herausgeholt zu haben. «Wenn ich jetzt eine Hallenbestzeit von 2:01 Minuten habe, bedeutet das nicht, dass ich draussen automatisch auch so schnell bin. Es bestärkt mich aber im Glauben, dass ich auf dem richtigen Weg bin und ich den höheren Trainingsumfang, den ich seit letztem Herbst bestreite, gut verkrafte.» Ihre beiden glanzvollen Auftritte an der Hallen-EM sind auch ein Erfolgserlebnis für ihre Trainer Marlies und Urs Göldi, die Selina Büchel seit ihrer Jugend betreuen. (Swiss Athletics)




(Bild von Swiss Athletics)



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