Empfang von Selina Büchel

Selina Büchel wollte an den Leichtathletik-Europameisterschaften, die vom 12. bis 17. August in Zürich stattfanden, über die 800-Meter-Distanz in den Final. Als Vierte ihres Laufes im Halbfinal, Platz drei war für die Direktqualifikation erforderlich, reichte es ganz knapp nicht. Trotzdem liessen es sich die Gemeinden Mosnang und Bütschwil-Ganterschwil nicht nehmen, die Leichtathletin am Montag zu empfangen. Selina Büchel selber hatte sich einen bescheidenen Empfang gewünscht. Umso grösser war dafür die Freude über das Wiedersehen mit Freunden und Bekannten.


Auf in die grosse Welt


Bernhard Graf, Mosnanger Gemeindepräsident, sprach in seiner Laudatio von «unserer Selina» und meinte damit die Gemeinden Mosnang und Bütschwil-Ganterschwil. Damit hatte er durchaus recht, ist die 23jährige Selina Büchel doch in Mosnang aufgewachsen und Mitglied der Läuferriege und des KTV Bütschwil. Nicht erst seit letzter Woche, aber seit den Tagen von Zürich ganz speziell, müssen die zwei Gemeinden ihre Selina aber teilen. Teilen mit der Schweiz, die mit der sympathischen Sportlerin mitgelitten und mitgefeiert haben. «Mit dem neunten Platz in Zürich bist du persönlich nicht ganz zufrieden, du wolltest in den Final, was du trotz guter Zeit ganz knapp verpasst hast. Du darfst dir aber sicher sein, dass du trotzdem unsere volle Rückendeckung hast, wir sind stolz auf deine wunderbaren Auftritte in der grossen Welt», waren die Worte von Bernhard Graf. Er hatte sich mit Karl Brändle darauf verständigt, die Laudatio zu übernehmen. Mit leeren Händen kamen beide nicht, Blumen und Couverts wechselten den Besitzer. Apropos grosse Welt: Bernhard Graf zeigte sich beeindruckt, wie gelassen sich Selina Büchel auf der grossen Bühne bewegt. «Das war bestimmt nicht ganz einfach, jeder wollte in den Tagen von Zürich etwas von dir, der Rummel war immens. Ich hatte aber den Eindruck, dass du die Situation und den Druck perfekt meisterst und geniesst. Ich glaube, du brauchst beides, die Auftritte in der grossen Welt, gleichzeitig kommst du aber immer wieder gerne in die beschauliche Heimat zurück.»



In Garage eingeschlossen


Nebst Roman Scherrer, Präsident des KTV Bütschwil, und Hansruedi Baumann, Präsident der Läuferriege Mosnang, die Glückwünsche überbrachten, trat auch Max Gmür, Oberhaupt des Verkehrsvereins, ans Mikrophon. Er stellte Selina Büchel einige Fragen zu den Europameisterschaften. Dabei kam Erstaunliches zutage. So erfuhren die Anwesenden, dass die acht Läuferinnen den Ausgang des ersten Halbfinals nicht mitbekommen hatten, weil sie in einer Garage abgeschottet waren. «Beim Zieleinlauf wusste ich, dass ich Vierte war, trotzdem hoffte ich, noch über die Zeit in den Final zu kommen. Ich war lange im Ungewissen und war sicher die Letzte im Stadion, die erfahren hat, dass es nicht gereicht hat.» Obwohl ihr Traum von der Finalteilnahme nicht in Erfüllung ging, bleiben die Tage von Zürich unvergessen. «Die ganze Schweizer Mannschaft war im Team-Hotel in Regensdorf, wir haben uns gegenseitig unterstützt, es war einfach genial.» Selina Büchel, die nach eigener Aussage nun etwas runterfahren muss, auch emotional, hat trotzdem keine lange Pause, denn der Toggenburger Botschafterin steht schon das nächste Highlight bevor – am gleichen Ort und im gleichen Stadion: Weltklasse Zürich am 28. August. Bezeichnend daher die Aussage ihres Vaters Toni am Ende eines gelungenen Empfangs, der um 18 Uhr begann: «Selina meinte, ob es eventuell für das Training um 19 Uhr noch reiche.» Es hat nicht gereicht, aber das dürften ihr ihre Trainer Urs und Marlis Göldi, die den erfolgreichen Weg von Selina Büchel mitgestalteten, für einmal nachgesehen haben. Es zeigt aber, dass die Sportlerin bereits wieder voller Tatendrang ist.


Quelle: Tagblatt online

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